Samstag, 9. April 2011

Abenteuer - Wanderung

Samstags wandere ich gewöhnlich mit Otto. Heute wandere ich allein, in der „Los Padres National Forest Wilderness", die einen Kilometer von meiner Hütte weg beginnt. Ich weiss das von meinem schlauen GPS, da ist ein Pfad zum Devils Gap und zum Devils Peak eingetragen. Weil keine anderen Wege da sind, ist der Devils Peak mein Samstags – Ziel. Bald finde ich den richtigen Weg, und wie mir ein bellender Hund entgegen kommt, und ich nehme einen Stecken. Doch der Stadthund will mich nur begrüssen.

Dann ist die Piste gesperrt: Tafeln, Gitter, Hag, privates Land, Durchgang verboten. Ich weiche aus und komme bald auf den Waldweg. Ich bin jetzt im National Forest. Es geht in ein Tal hinein, mit riesige Bäumen: eine Eichenart und ein immergrüner Laubbaum, der 40 Meter hoch wird und abenteuerlich ausladende Äste hat. Überall liegen umgestürzte Riesenbäume.

Es ist ein gutes Gefühl, allein in diesem wilden Wald unterwegs zu sein. Ich komme an zwei Wildnis – Zeltplätzen vorbei: alte Grillroste, Wasser vom Bach, etwas ebener Platz, sonst nichts. Gestrüpp wächst durch einen Rost. Nirgends Fusspuren, bin ich der erste Wanderer hier, nach dem grossen Regen vor drei Wochen?

Nach einer Stunde bin ich auf dem Devils Gap (einem Pass). Vor mir bewaldete Hügel, ein paar felsige Bergspitzen, kein Zeichen von Menschen. Ein hölzerner Wegweiser:" Big Pines Trail", "Comings Cabin Camp 3", "Big Pine 5", und ein paar Schusslöcher im morschen Holz. Und wo ich her komme:"Apple Tree Camp"," Turners Creek Camp", die mit den rostigen Feuerstellen.

Links 300 Meter höher der Devils Peak, eine Feuerschneise führt dort hinauf. Es sieht nicht einladend aus, sehr steil, in der Sonne und im scharfen kalten Wind. Aber ich bin kein Stubenmuffel, ich mache mich auf den Weg. Zu meine Freude führt der Weg angenehm durch schönen Buschwald zum Gipfel hoch. Auf der Nordseite liegt von gestern noch Schnee, und darin hat es Spuren: Ein Mann und eine Frau. Vielleicht hole ich sie ein.

Aber auf dem flachen Gipfel bin ich allein. Ich essen meinen halben Proviant: ½ Apfel und ½ Banane. Die Aussicht ist gut, 1250 Meter unter mir liegt das Meer, mit schäumenden Klippen weit draussen. Über dem Meer Wolken, über dem Land blauer Himmel . Und dann fährt, wie in einem Film, ein Zeppelin unter mir der Küste entlang gegen Süden.

Als ich nach zehn Minuten wieder zum Meer schaue, sind da nur noch brodelnde Wolkenmassen. Heisst der Berg deshalb Teufelspitze? Ich packe schnell zusammen und steige ab, die Schnee- und Hagelschauer von gestern sind mir noch in zu guter Erinnerung. Im Devils Gap treibt der Nebel durch, doch schon im Wald ist es nur noch kalt. Nach 3½ Stunden bin ich wieder bei meiner Cabin, und die Sonne scheint wieder.

Keine wilden Tiere, kein Schneesturm, kein Hunger und Durst, den Weg nie verfehlt. Das war kein Abenteuer, bloss eine Wanderung in unbekanntem Terrain. Aber das Abenteuer war vorher, als ich mich entschloss, das Wagnis „Devils Peak“ einzugehen. Es gibt hier Bären und Berglöwen und Schlangen, und wir hatten Schneestürme.

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