Mein Urgrossvater Albert Hanselmann war der Reihe nach Lehrer, Ehemann, Vater, Lieutnant, Fabrikant, Konkursit, Auswanderungsagent. 1881 fuhr er nach Amerika, seine Frau mit den sechs Kindern liess er vorläufig zurück. Nach neun Jahren, über die wir nichts wissen, war er wieder da um "seine" Familie holen. Doch meine Urgrossmutter Katharina wollte nichts mehr von ihm wissen. So fuhr er nochmals allein nach Amerika. Dann verliert sich seine Spur. (Ich habe eine ausführlichere Familiengeschichte aufgeschrieben).
Gold hat eine grosse Bedeutung in der Geschichte von California. Als Reisender muss man eine Ghost Town besuchen. Ich war im Norden, in Bodie, wo um 1880 herum sechs Tausend Goldsucher auf 2500 Höhe Jahre lang geschuftet und gehaust haben. Überall sind zerfallene Stollen. Tafeln warnen vor dem Einstieg, ich habe es auch nicht versucht. Ein paar ihrer Häuser sah ich noch, im Schnee. Minus 20 Grad ist hier im Winter normal, und oft stürmt dazu. Holz war knapp, Isolation gab es keine. Das muss ein hartes Leben gewesen sein.
Später habe ich im Süden, in Julian, an einer Goldminenführung teilgenommen. Die Stollen und Schächte dieser Mine messen etwa vier Kilometer,und sie liegen auf 10 Ebenen. Dreihundert Meter davon konnten wir ansehen. Dieser Eingangs - Stollen wurde noch mit Hammer und Meissel ausgebrochen, später verwendeten sie Dynamit. Der Querschnitt ist natürlich möglichst klein.
Mitten im Stollen schaltete der Führer die elektrische Beleuchtung aus. Dunkler kann es nicht mehr werden. Nach ein er Minute zündete er eine Wachskerze an, die damalige Arbeits - Beleuchtung.
Das Gold war in einer etwa 10mm starken Quarzschicht enthalten. Das Golderz wurde mit Aufzügen und Stollenwagen zum Stampfwerk gebracht und dort zu Pulver zermahlen. Hochgiftiges Quecksilber löste das Gold auf, und man brauchte man das Quecksilbers nur noch zu destillieren, und schon hatte man das Gold. Aus einer Tonne Erz konnte man etwa eine Unze (28 Gramm) Gold gewinnen. Die meisten Bergleute sollen klein und schlank und zäh gewesen sein.
Meinen Urgrossvater kann ich mir nicht als Goldgräber vorstellen.



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