Als ich zum ersten Mal in Palo Alto war, habe ich P. geholfen, die Klinkersteine beim Garteneingang meiner Gastgeberin neu zu versetzen. P. ist Mexikaner, er lebt wie hunderttausend andere illegal in den USA. Er spricht nur nur wenig Englisch, und er kann wenig lesen und schreiben.
Ich wollte von meiner Gastgeberin M. mehr über P. wissen.
P. ging in Mexico 2 Jahre lang zur Schule, dann starb seine Mutter. Von da an musste er für seine älteren Geschwister, die schon arbeiteten, das Essen bereiten. Als er etwas älter war, schleppte er auf dem Bau Zementsäcke. Mit 18 schaffte er es über die Grenze nach California. Da sah ihn M. auf der Strasse, und sie stellte ihn für ein paar Gartenarbeiten an.
Heute ist P. einunddreissig. Er macht immer noch Gartenarbeiten, und er kann immer noch nicht legal in den USA arbeiten. Aber er hat Karriere gemacht. Er besitzt 2 Picup Cars, Mäher, Bläser und alle Arten von Werkzeugen. Er macht auch kleinere Umbauten. Er hat ein Bankkonto, eine Creditcard, einen Telefonanschluss, eine Geschäftskarte und einen ziemlich grossen Kundenstamm, zu dem viele Leute in der Umgebung von M. gehören. Er arbeitet schnell und zuverlässig, er ist sehr geschickt, und er ist beliebt. Für M. arbeitet er nur noch, wenn er Zeit hat.
Er besitzt eine legale Wohnung, in der er auch Zimmer an illegale Mexikaner vermietet, was wiederum legal ist. Er hat keinen Fahrausweis, den kann er als Illegaler nicht erwerben. Er hat eine Frau und drei Kinder. Die leben jetzt wieder in Mexico, wo er ein Haus gebaut hat. Er ist nicht verheiratet. Zwei seiner Kinder sind Amerikaner, sie sind in den USA zur Welt gekommen. Er hat jetzt eine mexikanische Freundin. Diese ist Amerikanerin, und sie möchte ihn heiraten. Er wäre dann legal in den USA. Aber das gäbe wieder eine Menge neuer Probleme.
M. hilft P. manchmal im Umgang mit Wohnungsvermietern und öffentlichen Diensten. Das ist für Illegale recht schwierig, und oft auch recht teuer.
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