Dienstag, 15. März 2011

Als Holzfäller im Kalifornischen Redwood Forest

Seit Donnerstag bin ich im Redwood Forest an der Arbeit. Zuerst habe ich mit meinem Chef Jim draussen im Wald einem Holzunter-stand gebaut: Zwei Seitenwände aus dünnen Baumstämmen und einen Boden aus Brettern, die schon viele Jahre im Wald lagen. Später wird als Dach eine Plache zwischen die Bäume gespannt.

Vor drei Wochen haben sie die Büsche neben der ungeteerten Zufahrtsstrasse gerodet, das Holz in 40 cm lange Stücke zersägt und neben dem Weg hingeworfen. Jetzt sammeln wir dieses Brennholz ein. Sharon fährt den uralt-Picup und wir anderen werfen das Holz auf die Ladebrücke. Jim und Sharon besitzen 16 ha Wald. Sie verkaufen kein Holz. Ihr Grundsatz heisst: Es soll nichts weggeworfen werden auf dieser Welt.

Das Aufbeigen der Stäckli ist lustig: Sharon gibt uns hundert gute Tips, wie sie geschichtet werden sollen. Sie selber überlegt bei jedem einzelnen Hölzli. Ich lasse die Stäckli überlegen. Ich nehme einfach einen Arm voll und lasse sie dann plumpsen. Am Abend sehe ich der Beige nicht an, wo die Menschen und wo die Stäckli entschieden haben. Ich bin kein perfekter Holzbeiger, aber ein schneller.

Der sehr steile Abhang vor dem Haus muss gerodet werden, wegen der Brandgefahr in den trockenen Sommermonaten. Jim fällt die Bäume und ich rolle, schleife und werfe sie auf die Forstpiste hinunter. Dann ist Jim der Motorsäger und ich bin sein Gehilfe. Am Abend will Jim von mir wissen, ob alle schweizer Pensionisten so hart arbeiten. Ich habe gerne ein paar Stunden lang gechrampft.

Die Holzrugel liegen immer noch unten auf der Piste, denn heute regnet es ununterbrochen. Wir sitzen gemütlich in der Stube, lesen, stöbern im Internet und trinken Tee, Bier oder Wein. Am Vormittag waren wir alle zusammen nächsten Laden Einkaufen gegangen, im 25 km entfernten Gualalala. Das Schönste für mich war das Bier im leeren Mexikanischen Restaurant gerade über der gewaltigen Brandung.

Trotz dem kalten Regen ist es auf unserer Seite des Pazifik gemütlicher als auf der anderen in Japan. Nach dem Tsunami explodieren dort jetzt die Atommeiler. Bei uns gab es auch einen Evakuierungsalarm an der Küste, doch die kleine Tsunamiwelle hat hier zum Glück nur wenig Schaden angerichtet.

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