Palo Alto hat 64000 Einwohner, die meisten von ihnen sind reich. Ein Quadratmeter kostetn 8000 bis 10000 $, und es gibt fast nur Einfamilienhäuser mit Garten. Anschliessend an die Stadt ist, auf einem mehr als 10 km2 grossen Gelände, die Elite Universität Stanford.
May, meine Gastgeberin, lud mich ein, mit ihr an eine Orientierungs - veranstaltung der Behörden über ein geplantes Kehrichtvergasungswerk zu kommen. Natürlich war ich daran interessiert. Vom Projekt verstand ich kaum etwas, aber ich war gespannt darauf, ob so eine Versammlung anders sei als bei uns in Altstätten. May kämpft sehr engagiert gegen dieses Projekt, und zwar weil das Werk in ihre geschützte Uferzone am San Francisco Bay gebaut werden soll.
Zwischen 20 und 30 Personen waren anwesend, die meisten in meinem Alter.Der ehemaligen Bürgermeister der Stadt begrüsste uns. May kannte fast alle Leute: etwa die Hälfte waren militante Befürworter und die andere Hälfte militante Gegner. Zuerst kam der Leiter auf die letzte Orientierungen zurück: ob jemand etwas zum Protokoll zu sagen habe. Und Viele hatten vieles dazu zu sagen.
Dann kam man zum 2. Teil, hier konnten Fragen gestellt und Anregungen gemacht werden. Wieder kamen sehr viele Meldungen. Mit meinem Englisch verstand ich gerade etwa, was die Leute sagten, meisten aber nicht, worauf sie damit hinaus wollten. Einiges leuchtete mir ein,und vieles war unbegreiflich für mich, aber alle wurden entgegengenommen und protokolliert. Ich fand den Leiter sehr freundlich, May sagte, er sei ein Schleimer, was sich ja nicht ausschliesst. Dann hatte May einen sehr fundierten Auftritt, und sie sagte zur Frau, welche am Clipboard etwas hilflos drein blickte, sie müsse nichts notieren, sie habe alles selber klar formuliert.
Nach einer Stunde war diese zweite von 3 Orientierungen vorbei, May und ihre Freundinnen verabschiedeten sich von einigen Leuten, und wir fuhren wieder nach Hause. May war nicht zufrieden, denn sie weiss, dass 5 von 9 Stadträten für das Projekt sind. Ihre pointierten Kommentare zu den Leuten und Vorschlägen halfen mir, einiges von dem,was da abgelaufen war, ein Wenig zu verstehen.
Zu Hause tranken wir noch fast eine Flasche von ihrem spanischen Wein, und dann schlief ich gut. May sagte am Morgen, dass sie auch gut geschlafen habe, aber wegen dem Wein, nicht wegen der Versammlung.
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