Am Morgen hatte ich auf dem Flugplatz von Santa Rosa meinen neuen KIA Mietwagen erhalten, den ich am Tag vorher über ein Schweizer Portal per Interne bestellt hatte. Im starken Regen bin ich dann über die rote Golden Gate Brücke und auf der 19. Strasse durch San Francisco gefahren. Von der berühmten Halbinsel habe ich ausser Wasserstaub und den Rücklichtern der Autos vor mir nichts gesehen, es goss den ganzen Tag wie aus Kübeln. Mein Ziel war San Juan Bautista, wo May von Freitag bis Sonntag ihren kleinen Antik Shop führt, eine Strecke von vielleicht 200 km.
Das Autofahren hier in California ist ziemlich einfach. Fast alle Leute fahren freundlich und eher langsam. Dass man auf der Autobahn rechts und links überholt wird, daran musste ich mich erst gewöhnen, auch daran, dass man bei Rot rechts abbiegen darf, und an ein paar Stopregeln an den Kreuzungen. Karte lesen während der Fahrt kann ich immer noch nicht, ich hatte mir aber ein paar Orte und Strassennummern mit Riesenbuchstaben aufgeschrieben.
Ich wollte auf dem Weg in Palo Alto ein paar dort deponierte Sachen holen, aber ich erwischte die falsche Abfahrt und verirrte mich immer mehr im riesigen Universitäts Gelände der Stanford. Ich war schon glücklich, als ich nur die Autobahnauffahrt wieder fand. Die Übung Palo Alto war damit abgebrochen. Überraschend fand ich alle folgenden Abzweigungen und kam wie geplant auf den Highway One- O- One (Hwy 101).
Nach Gilroy kommt eine LKW-Wägestation. Aha, davon hat mir May in ihrem Mail geschrieben, die nächste (oder übernächste?) Abfahrt könnte es sein, und „152 East“, das tönt doch gut. Also weg von der Autobahn! Lange fahre ich dann hinter einem Sattelschlepper mit Bagger her. Doch nie sehe ich einen Wegweiser zu meinem Ziel, San Juan Bautista. Eigentlich müsste ich jetzt anhalten und die Karte studieren, doch ich vertraue wie immer auf meinen „natürlichen Orientierungssinn“ und fahre weiter durch den Regen. Der Sattelschlepper hat schon lange abgezweigt, oder habe ich abgezweigt? Nach etwa 20 km halte ich doch an.
Zum ersten Mal telefoniere ich mit meinem Amerikanischen Handy, ich habe am Vortag May's Nummer einprogrammiert. Es stellt sich heraus, dass ich nur 15 km von San Juan Bautista entfernt bin. Jetzt finde ich den Weg, und ich finde auch May, die mit ihrem Schirm neben ihrem Adobe Haus auf mich wartet. Ich hatte „keinen grossen Umweg“ gemacht, nur etwa 20 Kilometer. Das mit der Wägestation war ein Irrtum von mir, ich hätte noch 4 Ausfahrten weiter fahren sollen.
Ich habe mich verspätet, am Morgen, als mich Jim und Sharon mit ihrem Picup nach Santa Rosa brachten, war eine Waldstrasse gesperrt. Ein Baum war im Sturm auf eine elektrische Leitung gestürzt, und wir mussten einen fast zweistündigen Umweg durch ein anderes Tal machen.
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