Dienstag, 22. März 2011

Der öffentliche Verkehr in Kalifornien

Mein Absicht war, meine Amerika – Ferien nicht im Voraus zu(ver-)planen. Aber in 2 Tagen geht mein Aufenthalt hier in 36660 Annapolis Road zu Ende. Ich kann zwar jederzeit wieder hierher zurück kommen, aber erst mal wollen Jim und Sharon eine Woche lang ihre Ruhe haben. Ich habe mit ihnen abgemacht, dass ich in 5 Wochen zurück kommen werde, um eine Woche lang ihr Haus und ihren Kater hüten. Meine Bedingung war: ein Auto, damit ich an die nahe wilde Pazific - Küste fahren kann. Zuerst wollte ich ein Mountain Bike haben, aber jetzt traue ich den Velos hier nicht mehr.

Gestern begann ich mir zu überlegen, was ich nun weiter machen will. Die Prognose sagt für die gesamte Westküste noch mindestens 10 Tage lang feuchtkaltes Wetter voraus. Ich könnte zwar an einem etwas südlicheren Küstenabschnitt auf 900 m Höhe auf einer Farm arbeiten, aber wer weiss, ob es dort oben dann schneit? Ich sollte am ehesten nach Süd-Osten ausweichen: im Süden ist es wärmer und im Osten beginnt die Wüste, da regnet es weniger.

Ich fahre gerne mit dem Bus und mit der Bahn, man sieht mehr und lernt erst noch Leute kennen. Ich begann also die Fahrpläne zu studieren (im Internet). Es gibt viele verschiedene Betriebe: den Küstenbus (12 km entfernt, einmal pro Tag in jede Richtung), dann die Nationale Bahn „Amtrak“, die auch Verbindungsbusse betreibt (2 Züge pro Tag, etwa 120 km von hier entfernt), den Greyhound (2 mal pro Tag, 60 km entfernt), den San Francisco Airport Bus und den Oakland Airport Bus (ab Santa Rosa, ein paar Mal pro Tag), und andere private und unabhängige Buslinien. Leider ist gar nichts koordiniert, wenn ein Bus ankommt, ist meistens vor 10 Minuten der Anschlussbus abgefahren. Und Verspätungen sind an der Tagesordnung: wegen Strassenschäden an der Küste und wegen Verkehrsstau in den Städten. In Amerika freien Amerika redet kein Staat den Unternehmen drein, Sozialismus ist hier ein Schimpfwort.

Sharon unterstützt mich beim „Fahrt - planen“, sie ist eine Spezialistin darin, denn die meisten ihrer Wwoofers kommen mit dem öffentlichen Verkehrsmittel. Von hier aus komme ich, wenn ich den Bus um 08.45 nehme (12 km vom Haus entfernt), bis um 1 Uhr am Morgen früh mit x-mal Umsteigen gerade mal etwa 200 km weit, dann muss ich übernachten. Aber es sollte doch möglich sein, eine bessere Verbindung zu finden! Zum Erstaunen von Sharon finde ich eine bessere, mit der ich schon um 21 Uhr in Monterey ankomme. Das sind nur etwas mehr als 12 Stunden! Eigentlich möchte ich weiter suchen, aber ich kann nicht mehr, ich habe das öV -Chaos schon in meinem Kopf. „Zuerst einmal darüber schlafen“ beschliesse ich. Zusammen sehen wir drei uns dann einen DVD – Film an, einen Krimi, der im grossen Navajo Reservat spielt. Das gefällt mir besser, ich liebe diese Wüstenlandschaften, da hin möchte ich gehen.

Am Morgen habe ich die Lösung: ich werde am Flugplatz von Santa Rose ein Auto mieten und damit in die Wüste fahren. Im Internet kostet die Miete 20 Franken pro Tag. Ich werde mir ein billiges Zelt kaufen, dann mein Ersatzgepäck in Palo Alto holen, und dann werde ich gemütlich nach Bakersfield fahren, in die Wüste. Das ist sogar billiger als mit dem Bus, der ohnehin nicht in die Wüste fährt (wenn ich das Benzin nicht rechne, 1 $ pro Liter).

Für meine rollende Planung genügt das, morgen Abend wird gepackt. Am folgenden Morgen werden mich Jim und Sharon mit ihrem Picup die 60 km zum Flugplatz bringen, sie müssen sowieso einkaufen gehen. So läuft das hier in Amerika mit dem öffentlichen Verkehr!

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